Cogito ergo sum…

…hic falsus!

Ich denke also bin ich...

...hier falsch!

oder was in der letzten Woche alles passiert ist.

Die Reise

Der Flug war ganz ok - dank Heike und Berthold sogar Umweltneutral :-). Und wir waren schneller unterwegs als Geplant so, dass ich in weniger als anderthalb Stunden in London Stansted war. Das wurde aber wieder damit Wettgemacht, das man erst ganz viele Treppen runter zur Bahn musste um dann beim Hauptterminal auf sein Gepäck zu warten. Den Zug 45min nach der Landung habe ich gerade noch gekriegt. Auf den Weg dorthin musste man wieder durch irgendwelche Kellergänge. Man kam sich wirklich vor wie in einem Hochhauskeller. Teilweise wurde gebaut, kabel hingen überall rum, etc. Aber ich habe es ja doch noch geschafft den Zug nach London zu bekommen und die richtige Tube zu erwischen. Das nächste Problem war der Bus. Irgendwie war ich zu blöd die Karte mit den verschiedenen Bushaltestellen rund um den Bahnhof zu lesen und die Leute haben mich auch immer in die falsche Richtung geschickt, bis ich irgend so einen Wachman gefragt hab. Was ich auf jeden Fall gelernt hab ist, dass man eine Sonnenbrille braucht, wenn man in sein will. Die sollte dann halbwegs auffällig sein und im Kragen stecken - man will ja was sehen. Angekommen war ich schon wieder zu blöd den Umgebungsplan der Haltestelle zu lesen und bin promt in die falsche Richtung gelaufen. An der nächsten Kreuzung kam mir dann, dass ich ja eine Karte ausgedruckt hatte und bin dann wieder zurück um festzustellen, dass einfach nur in die nächstgelegene Tür hätte gehen müssen.

Die Ankunft

Drinnen war high life. Im Garten war den ganzen Tag ein Lamm am Spieß gebraten worden. Entsprechend waren alle schon gut beieinander. Aber war recht lustig und das Lamm war echt sau lecker. Auch wenn ich es erst wieder aufwärmen musste. Außerdem hab ich schon mal einen Teil der Shadow-Mitarbeiter kennen gelernt.

Die Arbeit

Am Montag gins dann auf die Arbeit. Ostermontag ist Bankholiday. Das heißt die Banken haben zu und viele haben zu, aber das ist eher so optional. Auf jeden Fall ging es um 10 los. Das ist offiziell um den Berufsverkehr zu umgehen, aber ich glaube die kämen nicht früher aus dem Bett. :-) Die Leute sind echt cool drauf und haben eine Menge Ahnung. Das Problem ist, dass das ganze bisher eher so als Hobby betrieben wurde und sie jetzt doch mal versuchen Gewinn zu machen, was aber nicht so einfach ist. Sowas wie Kundenbindung, Außendarstellung etc hat nicht so die Rolle gespielt. Das muss jetzt so langsam aufgebaut werden.
Meine Aufgabe ist es momentan die Steuerung der Hand zu optimieren. Die Woche hab ich größtenteils mit Konzeption und Diskussion von Ideen verbracht. Nächste Woche geht es dann mal an die Implementierung.

Mein Zimmer

Das ich ein Zimmer hab dürftet ihr ja schon zu gelesen habe. Das war aber gar nicht so einfach. Man braucht in London unbedingt ein Handy, wenn man ein Zimmer sucht. Ich hab es ohne Versucht und ein Zimmer lief ok. Aber das war wirklich winzig, was ok gewesen wäre, weil es sehr nah an der Arbeit war und recht günstig, aber das wird erst Ende des Monats frei. Beim zweiten ist keiner Aufgetaucht, was aber an mir liegen könnte. Die Londoner haben nämlich Hausnummern und Hausnahmen. Ich vermute mal ich hätte bei dem Haus sein sollen, das genauso heißt wie die Straße. Das habe ich aber auch erst jetzt kapiert. Die Adresse ist dann: Wohnungsnummer, Hausname, Straße. Die Tatsache, dass anscheinend die Chinesen den Wohnungsmarkt in der Hand haben macht die Sache nicht besser. Die haben mich nicht verstanden und sie nicht. Wenn man mit dem verstehen von Englisch beschäftigt ist, ist zumindest für mich hat, gleich noch zu überprüfen, welche Wörter es noch sein könnten. (”Blablabla Load”. Oder “ling the bell”) Beim dritten Haus war ich defenitiv richtig, aber auch da ist keiner erschienen. Bin dann recht frustriert heim und hab mir am nächsten Morgen erstmal eine Sim-Karte gekauft. Was hier bei den Prepaid echt nett ist, dass man nach jedem Gespräch eine Anzeige-SMS bekommt, die einem sagt wie viel Guthaben man noch hat. Am nächsten tag hab ich dann mein Zimmer in einem Mehrfamilienhaus bekommen. Wie schon erwähnt ist es wirklich groß (Ein “normales” Zimmer in Dtl) (Bilder folgen) und da ich gleich zugeschlagen hab, habe ich es dann auch bekommen. Die Vermieterin (auch Chinesin) lebt mit ihrem mann und Tochter in einem kleineren Zimmer. Wie die das machen weiß ich nicht so genau. Die Wohnung selbst ist in einem eher mäßigen Zustand, aber damit kann ich ganz gut leben. Der Schimmel im Bad ist zwar nicht der Hit, aber ich hoffe er wird mich nicht irgendwann anspringen. Leider ist das ganze Haus auch ein wenig Hellhörig - man hört die Leute in der Wohnung nebenan aber die Gegend ist insgesamt recht ruhig.

Öffentelicher Verkehr (@Fabi: nicht was du schon wieder denkst)

Die öffentlichen sind hier recht gut ausgebaut und eigentlich recht kostengünstig. Allerdings sind die Abstufungen etwas Grob. In dem für mich interessanten Bereich geibt es drei Zonen und solange man in einer Bleibt, aber wenn man grade über die Grenze muss (was bei mir der Fall ist) zahlt man das Doppelte. Ansonsten sollte man sich auf jeden Fall eine “Oyster”-Kate kaufen. Die kostet drei Pfund, aber die sollte man ganz schnell wieder drin haben. Spätestens nach drei Tagen hat man die Wieder drin, weil man auf jeden Fall weniger Zahlt als mit einem Tagesticket, und wenn man an einem Tag nicht so viel fährt ist es dann trotzdem günstiger. Das einzige Problem ist der “Journey Planner“. Der ist einfach beschissen. Die Tube ist echt lustig. Man merkt ihr an, dass sie uralt ist. Die Bahnsteige sind zum Teil sehr schmal und die Kabel werden einfach an die Wand gehängt (Foto folgt). Bei uns würde die ganze Station aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Aber ist auch irgenwie urig. Gerade die alten Stationen haben ein gewisses Flair. Allerdings geht mir das “Mind the gap” jetzt schon auf die Nerven.

Staßenverkehr

In London ist das schon krass.

Fußgänger: Sind meistens auf dem Fußweg. Sie hoffen dass man an Zebrastreifen für sie hält. Ampeln gibt es nicht. Die schauen erst gar nicht, ob die Ampel rot oder grün ist. Die Schauen nur ob ein Auto kommen. Ist schon irgendwie lustig das zu beobachten, wenn die bei einer grünen ampel sich bereit machen stehen zubleiben falls ein Auto kommt.

Autofahrer: Autofahren will ich in London wirklich nicht. Das Geht drunter und drüber und man muss die ganze Zeit höllisch aufpassen. Wer aber schöne Autos sehen will ist in London genau richtig. Hab schon mehrere Bentleys, Jaguar, etc und einen Lotus gesehen. Und der Sonntag in zwei Wochen ist auch schon verplant. *g*

Radfahrer: Die Radfahrer hier sind wirklich verrückt. Für die gilt keine Ampel. Da wird einfach geschaut ob (hoffentlich) kein Auto kommt und dann wird über die Kreuzung gebrettert. Aber ansonten geht Radfahren in London ganz gut. Man darf auf der Busspur fahren mit denen alle großen Straßen großzügig ausgestattet sind und viel schneller als 30 fahren die Autos eh nicht, so dass man sich leicht überall reinquetschen kann. Und hin und wieder gibt es sogar Radwege.

Mein Fahrrad

Da Öffentliche recht teuer sind und ich doch 6km jeden Tag hin und auch wieder zurück hab, hab ich mir ein recht ordentliches gebrauchtes Fahrrad geleistet. In Dtl würde keiner den Preis zahlen, aber hier in Londen gelten diesbezüglich andere Gesetze. Haute hab ich mich dann auf dem Heimweg hoffnungslos verfahren. Ich hatte bin einmal falsch in richtung Süden (!) abgebogen und als ich dann wieder auf die Karte geschaut hab war ich dann weiter nördlich. Und dann hatte ich auch ca 1km vorm Ziel einen platten. Und bevor ich mir die Felge kaputt mache habe ich dann geschoben. Morgen muss ich dann Flickzeug kaufen. Und ein Schloss. Fahräder werden hier mit Fatamorganen verglichen. Man schaut kurz wo anders hin und sie sind weg. Naja ich bin dann mit dem Fahrrad in den Aufzug. Aber daran werde ich mich wohl gewöhnen. Und jetzt stehts bei mir im Zimmer.

Morgen werde ich mal versuchen, das mit den Bildern auf die Reihe zu bekommen. Jetzt schlafe ich erstmal. Und wenn irgendein Satz unlogisch klingt dann hätte ich das wohl morgen nochmal durchlesen und erst denn veröffentlichen sollen.

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